Seit der Einführung von Invisalign in den USA im Jahr 1999 und im Anschluss daran in Europa im Jahr 2001 hat das System mannigfaltige Entwicklungen durchlaufen, die dazu beigetragen haben, die Aligner-Therapie zu einer standardmäßigen kieferorthopädischen Behandlung zu machen. In der Vergangenheit wurden zahlreiche kieferorthopädische Therapien mit der Invisalign-Technik beschrieben1, wie z. B. Lückenschluss bei natürlichen Lücken, Engstände2, Kreuzbiss3, Behandlung der Klasse II4, Tiefbiss5 und Behandlungen des offenen Bisses6, 7. Extraktionen sind mit dem Aligner- System8, 9 ebenso möglich wie Distalisation oder Übertragung von Drehmomenten10,11.

Die Aligner-Therapie kann bei prärestaurativen kieferorthoINDIZES Invisalign, Aligner-Orthodontie, ClinCheck Software, Behandlung von Teenagern, Wechselgebiss, Extraktion, Platzmangel ZUSAMMENFASSUNG Bei Patienten mit vorzeitigem Verlust der Milchzähne und unzureichender Platzerhaltung kann die Lücke aufgrund einer unerwünschten Migration der Nachbarzähne verringert und der Platz für den Durchbruch aller bleibenden Zähne unzureichend werden. Heutzutage können viele verschiedene kieferorthopädische Behandlungsoptionen Anwendung finden, um Lücken wieder zu öffnen und mögliche Extraktionen im bleibenden Gebiss zu vermeiden. Eine Option hierbei ist die Behandlung mit dem Invisalign-System, das eine nahezu unsichtbare und komfortable Möglichkeit zur Patientenbehandlung mit weniger potenziellen Nebenwirkungen als mit herkömmlichen festsitzenden Geräten bietet. Dieser Artikel zeigt ein Patientenbeispiel in jungem Alter, in dem Platz für weiteren Zahndurchbruch geschaffen und dadurch eine potenzielle Extraktionsbehandlung vermieden werden konnte.

Julia Haubrich, Werner Schupp

erschienen in:
Kieferorthopädie 2019;33(4):377–385