Die Feste Zahnspange ...

Die exakte kieferorthopädische Bewegung von Zähnen im Kieferknochen kann nur mit einer festen Zahnspange (Multibracketapparatur) oder dem Invisalign-System durchgeführt werden. Die feste Zahnspange kann innen (Lingualtechnik) oder außen an den Zähnen angebracht werden. Die außen angebrachte sichtbare Zahnspange kann aus Metall oder weniger sichtbar aus Saphir (Glas) hergestellt werden.

Feste Klammer bei Kindern und Jugendlichen

Bei Kindern und Jugendlichen ist die feste Zahnspange häufig das Mittel der Wahl. Wenn sich die bleibenden Zähne im Durchbruch befinden und gleichzeitig Platz für diese benötigt wird, behandeln wir dieses für gewöhnlich mit festen Zahnspangen. Dasselbe gilt, wenn die oberen und unteren Zähne beim Zusammenbiss (Okklusion) nicht exakt ineinander passen. Häufig ist eine Invisalign-Teen-Behandlung ebenso möglich.

Feste Klammer bei Erwachsenen

Bei Erwachsenen benötigen wir in Ausnahmefällen eine feste Zahnspange, wenn die Behandlung mit Invisalign nicht möglich ist. Dazu zählt die Aufrichtung gekippter Zähne oder die kieferorthopädische Behandlung in Zusammenhang mit einer osseointegrierten Verankerung.

Vergleich: Invisalign | Saphir Multibracketapparatur | Damon System aus Metall

Hier noch einmal eine Gegenüberstellung der Systeme, die bei uns in der Praxis verwendet werden:

Frontansicht mit den Direct Bonded Attachments (bei der Behandlung mit der Invisalign-Technik manchmal notwendig)

Frontansicht mit Keramikbrackets aus Saphir (Ormco-Ice®)

Frontansicht mit Damonbrackets aus Metall

Multibracket-Apparatur

Behandlung mit Multibracket-Apparaturen

Neu entwickelte Drahtmaterialien und Brackets (Damon Q Bracket) erlauben eine schnelle, schonende und angenehme Behandlung mit der festsitzenden Zahnspange. Bevor das Bracket (feste Zahnspange) auf den Zahn gesetzt wird, kann die Zahnoberfläche versiegelt werden.

Spezielle Verschlusskappe ohne Drähte und Ligaturen, die es dem Bogen ermöglicht, frei im Slot zu gleiten.

Damon Q Bracket

Das Damon System gehört zu den so genannten passiven selbstlegierenden Systemen, das von der Firma Ormco in erster Generation bereits 1996 auf den Markt gebracht wurde, und seitdem ständig neue Maßstäbe für die Effizienz und Qualität der Selbstlegierung gesetzt hat.

„Legierung“ beinhaltet in der Kieferorthopädie die Verbindung von Bogen und Bracket, die bspw. durch elastische Gummis oder dünne Metallligaturen hergestellt wird.

Die Damonbrackets enthalten eine kleine Verschlussklappe, die geschlossen werden kann, und dadurch den Bogen in Position hält. Auf den Gebrauch von Gummis oder Ligaturen kann somit vollkommen verzichtet werden.

Diese Methode bringt entscheidende Vorteile: Durch die Verschlussklappe kann der Bogen frei im Bracket gleiten, was zu geringerer Reibung und reduziertem Kraftaufwand im Vergleich zu herkömmlichen Brackets führt. Daher bietet das Damon Bracket bemerkenswerte Vorteile gegenüber traditionellen festen Zahnspangen. Das Damon Q Bracket ist in Metall und in Keramik erhältlich.

Für den Patienten bedeutet dies:

Erheblich kürzere Behandlungszeit

Erheblich weniger Termine

Qualitativ hochwertige Resultate

Biologischere Kräfte auf die Zähne und dadurch sanftere Behandlung

Bei erheblichem Platzmangel kann häufig auf das Entfernen von Zähnen verzichtet werden.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage: www.damon-bracket.de

SPEED-Braces-System

Alternativ zu dem Damon System bieten wir auch die Behandlung mit dem SPEED-Braces-System an.

Behandlung von Kiefer­gelenk­erkrankungen (CMD)

Bei Patienten mit Kiefergelenkerkrankungen (CMD) wird nach der orthopädischen Einstellung der funktionellen Kiefergelenkposition und der physiologischen Einstellung der Unterkieferlage häufig eine kieferorthopädische Behandlung mit einer Multibracketapparatur oder dem Invisalign-System notwendig. Mit Hilfe der festsitzenden Aufbisse wird die orthopädische Gelenkeinstellung fixiert und die Zähne in einzelnen Segmenten mit der festen Zahnklammer bewegt. Die festsitzenden Aufbisse werden nach und nach entfernt. Begleitend kann eine manualmedizinische oder osteopathische Behandlung durchgeführt werden.

Anfangsbefund

Einstellung der physiologischen Unterkieferlage mit festen Aufbissen und Bewegung der Zähne segmental mit fester Zahnklammer.

Aufbisse reduziert, Bisshebung noch nicht vollständig.

Aufbisse entfernt, Finishingphase.

Behandlungsende in physiologischer Kiefergelenkposition und Kl.I – Okklusion.

Der Distalizer nach Carrière ist ein absolut passives Gerät, das nur durch den Einsatz von Klasse II Gummizügen aktiv wird. Die nickelfreie Apparatur wird auf den seitlichen Zahnbereich aufgebracht und lässt dadurch den sichtbaren Frontbereich weitgehend frei.

Eine durchsichtige Halteschiene in Kombinationen mit kleinen Knöpfchen im Gegenkiefer bietet den Verankerungspunkt für die elastischen Gummizüge. Das Gelenk, die entscheidende Komponente des Distalizers, ermöglicht eine gezielte Distalisierung des Eckzahnes und gleichzeitig eine Distalisierung und Derotation des Molaren.

Wir wenden den Distalizer bei einer Klasse II-Verzahnung gerne vor einer Invisalign-Behandlung an.

Patientenbeispiel

Anfangsbefund einer dentalen Klasse II-Verzahnung rechts

Distalizer im Oberkieferseitenzahnbereich

Zwischenbefund nach Distalizer-Behandlung mit Einstellung einer Klasse I-Verzahnung im Seitenzahnbereich. Die Weiterbehandlung erfolgt mit der Invisalign-Technik.

Befund nach Behandlungsende mit der Invisalign-Technik.

Die Gaumennaht-Erweiterung ist eine festsitzende Zahnspange zur skelettalen Verbreiterung des Oberkiefers. Die Erstpublikation erfolgte 1877 durch Angell in den USA. Nach 1945 durch Haas, Timms, Derichsweiler wieder entdeckt, hat sich die GNE inzwischen ihren unersetzlichen Platz in der Kieferorthopädie gesichert.

Die Zahnspange wird meistens mit Bändern an den 1. Molaren und den 1. Prämolaren befestigt. Heute kann die Apparatur auch als Plastikschiene, die alle Seitenzähne umfasst, verwendet werden. Die Apparatur ist mit einer Dehnschraube in der Mitte versehen, mit der die beiden Hälften des Oberkiefers in zwei bis vier Wochen bis zu 10 Millimeter auseinandergedrückt werden können. In der Mitte bildet sich dann zuverlässig neuer Knochen.

Der Einsatz der Gaumennaht-Erweiterung ist sinnvoll bei Patienten mit zu schmalem Oberkiefer. Die mit der GNE erzielte Verbreiterung ist skelettal, also durch neu gebildeten Knochen bewirkt.

Die Gaumennaht-Erweiterung hat viele gesundheitliche Nebeneffekte, die alle auf der Verbesserung der Nasenatmung beruhen: weniger Erkältung, weniger Kieferhöhlenprobleme, Verbesserung der Belüftung des Innenohrs über die Eustachische Röhre mit Besserung von Ohrsymptomen, Verbesserung der Schlafqualität. Die Gaumennaht-Erweiterung ist häufig eine gute Vorbereitung einer folgenden Behandlung mit KFO- Geräten, dem Invisalign- System oder der festen Zahnspange.

In seltenen Fällen kann es zu möglichen Nebenwirkungen wie leichter Zahnlockerung, Druckgefühl und evtl. Schmerzen im Kopfbereich sowie gerötetem oder leicht entzündetem Zahnfleisch kommen.

Die Gaumennaht-Erweiterung ist eine festsitzende Zahnspange

Sehr schwierige Zahnbewegungen sind möglich geworden durch eine Verankerung, die am Knochen befestigt wird. Verankerung bedeutet, dass wir uns von dieser Stelle den Halt holen, den wir für eine Bewegung eines Zahnes benötigen.

Beispielfälle

Intrusion eines elongierten Molaren mit Minischrauben und Invisalign

Die folgenden Bilder zeigen die Intrusion eines verlängerten oberen Molaren durch eine Invisalign Behandlung in Kombination mit Miniimplantaten und Gummizügen. Das Setzen von zwei kleinen Schrauben bukkal und palatinal des zu intrudierenden Zahnes ermöglicht einen optimalen Angriffspunkt für die Invisalign Schienen und die zusätzliche Kraftkomponente durch die Gummizüge. Durch die Behandlung konnte eine optimale Ausgangssituation für die implantologische Versorgung des Gegenkiefers erfolgen.

Gegenüberstellung vor der Intrusion und nach der Behandlung mit dem Invisalign-System und Minischraube. Implantologische Versorgung durch Dr. Schuppan (www.cologne-implant-center.com)

Ausgangssituation mit extrudiertem Zahn 26.

Röntgenbild in Ausgangsposition.

Oberkiefer mit Invisalign Schiene, Minischrauben und Gummizug.

Endsituation nach Intrusion des Molaren, nun kann die Lücke im Unterkiefer versorgt werden.

Endsituation nach Intrusion des Molaren.

Nun kann die Lücke im Unterkiefer versorgt werden.

Was muss ich mit der neuen Zahnspange beachten?

1.) Herausnehmbare Zahnspange/ Invisalign Schienen:
Es ist wichtig, dass die herausnehmbaren Geräte sauber gehalten und richtig verwahrt werden. Das bedeutet, dass das Gerät genauso wie die Zähne auch mit Zahnbürste und Zahnpasta, oder falls gewünscht auch mit speziellen Reinigungstabletten aus der Apotheke oder dem Drogeriemarkt gepflegt werden sollten. Die Spange sollte außerhalb des Mundes immer in der Spangendose aufbewahrt werden. Wird die Zahnspange nicht sorgfältig aufbewahrt, kann sie verbiegen oder brechen und im schlimmsten Fall nicht mehr richtig funktionieren.

2.) Festsitzende Zahnspange:

Bei der festsitzenden Zahnspange sind Brackets oder Bänder auf die Zähne geklebt und jeweils mit einem Bogen verbunden.
Dies kann nach Einsetzen der Brackets aber auch neuer Bögen vorübergehend zu Spannungen führen. Dieses Druckgefühl setzt meist am Abend darauf ein und lässt dann jedoch innerhalb der nächsten drei bis vier Tage wieder nach. In dieser Zeit ist es empfehlenswert, etwas weichere Kost zu sich zu nehmen und starkes Abbeißen zu vermeiden. Prinzipiell gilt jedoch während der kompletten Behandlungszeit mit der festen Zahnspange, dass klebrige oder besonders harte Nahrungsmittel gemieden werden sollten, um nicht ein Ablösen des Brackets herauszufordern.
Möglicherweise können wunde Stellen am Zahnfleisch oder an der Innenseite der Wange auftreten. Abdecken mit zahnärztlichem Wachs schafft meist Linderung, aber auch hier benötigt die Schleimhaut ein paar Tage, um sich an die neue Situation zu gewöhnen, und eine Art Hornhaut zu bilden. Wenn die Symptome nicht besser werden, sollten sie jedoch die Praxis erneut aufsuchen.

Die Bestandteile der festsitzenden Zahnspange / Apparatur sind sehr empfindlich, und daher kann es zum Bruch des Bogens oder zum Ablösen von Brackets kommen. Bitte melden Sie sich in unserer Praxis, damit wir die feste Zahnspange wieder instand setzen können. Sollte der Bogen am hinteren Ende in die Backe stechen, können sie ihn auch einfach mit einer kleinen Zange kürzen. In jedem Fall sollten sie aber in der Praxis vorbeikommen, damit der Kieferorthopäde die verlorenen Bestandteile wieder ersetzen kann.

Pflegeanleitung:

Festsitzende Zahnspangen erfordern eine besonders intensive Pflege. Diese ist schwieriger und zeitaufwendiger als ohne Brackets oder bei Invisalign-Behandlung. Eine gründliche Zahnreinigung nach jeder Mahlzeit ist mit einer festsitzenden Zahnspange jedoch unabdinglich, da sich im Umkreis der festsitzenden Elemente verstärkt bakterielle Plaque bilden kann, und dadurch ein erhöhtes Kariesrisiko besteht.
Für die Pflege mit der festsitzenden Zahnspange empfehlen wir:

  • Oral B Indicator 35 Orthodontic
  • Oral B Interdentalset
  • Oral B Interspace (Apotheke)
  • Oral B Superfloss (50 Fäden)
  • Oral B Ortho (Aufsatz für elektrische Zahnbürsten)

Diese speziellen Zahnbürsten und Zahnseiden ermöglichen die Reinigung von schwieriger zugängigen Zahnregionen und sollten bei der täglichen Zahnpflege mit der festsitzenden Zahnspange unbedingt dazugehören.
Des Weiteren ist die zusätzliche Pflege mit Mundspüllösungen manchmal indiziert.

Mit einer elektrischen Zahnbürste, z.B. Sonicare von Philips, ist eine optimale Reinigung der Zähne auch bei festsitzenden Zahnspangen oder bei der Behandlung mit dem Invisalign-System möglich. Ergänzend kann AirFloss (Philips) als Ersatz für Zahnseide für die Reinigung der Zahnzwischenräumre eingesetzt werden.

Retention

Nach jeder kieferorthopädischen Behandlung, egal ob mit einer festen Zahnspange (Multibracketapparatur) oder einer Invisalign-Behandlung, müssen die Zähne in ihrer Position gehalten werden.

Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten:

1) Eine herausnehmbare Retentionsschiene oder -platte, die der Patient noch nachts trägt. Der Tragekomfort ist hoch, bei nächtlichem Knirschen schützt sie zusätzlich den Zahnschmelz.

2) Ein kleines Golddrähtchen, das im Frontzahnbereich hinter die Zähne geklebt wird (siehe Bild). Nachteil ist, dass dieses Drähtchen mit erhöhtem Aufwand gereinigt werden muss. Der Vorteil ist jedoch, dass die Zähne ohne Patientenmitarbeit sicher an Ort und Stelle gehalten werden können.

In beiden Fällen wird verhindert, dass sich die erreichte Zahnstellung wieder verschiebt.

Biolon Schiene

Biolon Schiene eingesetzt im Unterkiefer

Lingualretainer im Unterkieferfrontbereich

Positioner

Nach Entfernung der Brackets und Bänder beginnt die Zeit der Feineinstellung und Retention. Der Halteapparat der Zähne ist noch nicht vollständig gefestigt und kann somit durch den so genannten Positioner noch perfektioniert und die Zähne in die ideale Position gebracht werden.

Dazu sind im Labor verschiedene Schritte notwendig. Vom Gipsmodell werden einzelne Zähne oder Zahngruppen herausgelöst und individuell in der Idealaufstellung der Zahnbögen repositioniert. Über diesen Idealbogen werden dann durch eine spezielle Tiefziehtechnik die Positioner angefertigt.

Nach Entfernung der Brackets ist also eine weitere Verbesserung der Zahnstellung und Okklusion möglich. Wird der Positioner nicht nach Anweisung getragen, riskiert man jedoch eine Verschlechterung der Situation, da die Zähne besonders in den ersten Tagen und Wochen nach der Entbänderung die Tendenz haben, in die ursprüngliche Position zurückzuwandern.

Der Positioner sollte die ersten vier Tage durchgehend getragen werden und nur zum Essen und Zähneputzen herausgenommen werden. In den ersten Tagen kann ein leichtes Druckgefühl entstehen, das jedoch nach 3-4 Tagen nachlässt. Da der Positioner ein sehr voluminöses Gerät ist, ist das Sprechen in dieser Zeit nicht ganz einfach. Falls also ein wichtiger Termin ansteht und die Tragezeit deswegen nicht realisiert werden kann, sollte der Termin für die Entfernung der festen Spange verschoben werden.

Nach den ersten vier Tagen kann die Tragezeit auf nachts und 2-3 Stunden tagsüber reduziert werden, später dann auf nächtliche Tragezeit allein.

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